Also, wenn ich Du wäre, ich würde nicht nach Hannover fahren. Zu gefährlich. Dort wimmelt es nur so von zwielichtigen Gestalten. Und als ob das nicht genug wäre laufen da auch noch Vampire, Zombies, Zwerge und Domowoje frei rum. Was ein Domowoj ist? Willst Du nicht wissen. Zu gefährlich. Bleib bloß zu Hause!
Hätte Sebastian Schätz, illusionsloser Anfangzwanziger, mal auf mich gehört, dann wäre er nie nach Hannover gekommen, müsste nicht für einen Hungerlohn im Asialaden Wasserhühner verkaufen und seine große Liebe Kim würde ihn auch nicht am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Und das Problem mit der Fledermaus hätte er auch nie gehabt. Die verirrt sich nämlich eines Nachts in sein Schlafzimmer. Dass er dabei nackt ist, macht die ganze Situation auch nicht leichter. Okay, sie wird dadurch extrem witzig, aber davon kann sich Sebastian nun auch nichts kaufen. Außerdem ist dies nur der Anfang vom großen Chaos, das am nächsten Tag über sein Leben herein bricht.
Absurd – das fällt mir als erstes zu Oliver Dierssens Fledermausland ein. Herrlich absurd. Abgrundtief witzig. Ich muss schreien vor Lachen und werde von meinen Mitmensche des Öfteren gebeten, doch die Dezibelzahl etwas herunterzuschrauben; alles Spielverderber! Sebastian gerät von einer wahnwitzigen Situation in die nächste, der arme Kerl – und ich amüsiere mich königlich! Schadenfreude war das Wort dafür, oder?
Oliver Dierssen schreibt einfach so locker, so leicht, so gut – ich bin hin und weg. Spannend geht es übrigens auch zu im Fledermausland, so richtig zum Nicht-mehr-weglegen-können. Ich werde jedenfalls nie wieder bei offenem Fenster schlafen. Und Fledermäuse fand ich eh schon immer doof!
Ach ja, hätte Sebastian Schätz mal auf mich gehört… Aber leider wusste ich vor Fledermausland auch nicht, was für ein gefährliches Pflaster Hannover ist. Vielleicht sollte ich doch mal hinfahren….
Taschenbuch: 448 Seiten, erschienen bei Heyne Verlag, Dezember 2009


Ich habe das Buch vor einiger Zeit auch gelesen, war aber nicht ganz so begeistert, wie Du. Allerdings musste ich an einigen Stellen auch lachen. :)
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